Der Chemiker
Nach der ersten Woche im Labor - oder waren es schon zwei? - tatsächlich, schon zwei Wochen! - ist es Zeit für eine erste Bilanz des Aufenthalts in Stockholm, der Perle des Südens, des Venedigs des Atlantiks, der Stadt ewiger Sonne und häufigen Regens. Angekommen bin ich sehr gut, das war ja auch nie das Problem, schließlich kam ich ja zu Denyo (Charles nennt ihn immer liebevoll “Dan” mit der englischen Aussprache, in der das “a” wie ein deutsches “a” klingt).
In der Uni bin ich ebenfalls gut angekommen. Der Berg Arbeit, den ich vermutet hatte, existiert zwar tatsächlich und man erwartet von mir Engagement und Zuverlässigkeit. Ich war in der letzten Woche an keinem Tag vor sieben aus dem Labor raus. Aber ein guter Teil wird immer mit Mittagessen, Kaffee trinken (wofür es im schwedischen ein extra Verb gibt: “fika”) und Kacke quatschen verbracht. Es macht mehr Spaß als in Göttingen, weil man inmitten von Leuten arbeitet, die wichtige Sachen erforschen. Dadurch komme auch ich mir wichtig vor.
Allerdings ist die Uni nicht alles: ich wohne in einem unglaublich netten Korridor, es wurde nun eingeführt, dass sich alle Leute, die Lust haben, jeden Sonntag abend für fika einfinden. Wir saßen heute mit Ossian (Schwede), Jonna (Finnin), Shannon (Australe), Kristina (Schwedin), David (Schwede) und DFB (Leipziger). Es gab Brownies, Eis und Kaffe.
Vorher habe ich den Tag am Wasser verbracht, in das ich eigentlich hineinspringen wollte, das aber ganze zehn Grad hat und mich zu der Überzeugung gebracht hat, dass zwei Wochen aufs Baden warten eigentlich ganz OK ist.
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Gestern waren wir auf dem Konzert einer amerikanischen, lesbischen Frau, das ganze hieß “The Blow”. Es war gute Musik, für mich aber zu solch später Stunde und mit solch einem Alkoholpegel vielleicht etwas zu cool. Jedenfalls hat es mir nicht so sehr gefallen. Die nur lokal bekannte Band davor, die völlig ausgeflippten Rock gespielt und einfach die ganze Zeit übertrieben hat, war da eher mein Fall. GRÖÖÖÖÖL! IMMA AUFFE ZWÖLF!
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Ich war vom Gelage am Freitag und allem, was danach passiert war, noch so mitgenommen, dass ich schon um drei Uhr nach Hause verschwand. Nach einem extra dicken McDonalds-Menü bin ich dann aber in der U-Bahn eingeschlafen und erst an der Endhaltestelle aufgewacht. Blöde Sache! Die Bahnen fahren nicht mehr so oft. So kam ich denn mit den anderen, die noch viel länger in dem Club geblieben waren, zusammen nach Lappis, wo wir alle wohnen. Dort gab es noch Lasagne.
Heute wachte Daniel bei mir im Zimmer auf und hatte Kater sowie eine echte Migräne. Er hat sich soeben erholt und ist nach hause gefahren. Ich werde gleich nachkommen, er zieht nämlich heute noch um in meine direkte Nachbarschaft.
Morgen muss ich ins Labor, ich habe keine Lust und würde viel lieber biertrinkend am Strand faulenzen. Das kann ich mein ganzes Leben lang machen, glaube ich.
File Grysze!
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Shit, alles nur Thumbnails… Egal, bei den Handyfotos ist das wumpe.
Bei mir kann man draufklicken und in groß kucken. Sieht ja dolle aus was ihr da alles macht! Hier isset seit Tagen richtig sommerlich heiß, wir grillen jeden Tag und alle haben Angst dass sie von Schäuble dabei gefilmt werden. Bis bald Vogeli
was für wichtige dinger werden denn erforscht?trank heute ein kühles bier um 14:30 und setzte mich danach in den hörsaal,konsequenz:ich erinnere mich nur noch an das thema der vorlesung:drogen und alkohol.
Bei uns war nur das Wochenende richtig warm, vorher schien zwar derbe die Sonne, aber der Polarwind aus dem Weltall hat alles zunichte gemacht. Nachdem es vor einer Woche noch geschneit hat, soll es nun Ende der Woche wieder gegen den Gefrierpunkt gehen.
Vorher unbedingt grillen!
Grillt der Schwede denn auch so gerne wie z.B. der Norweger? Ich erinner mich noch an ein Verbotsschild damals in Norwegen auf dem ein durchgestrichener Einweggrill zu sehen war.
Oh, garnicht gelesen, die letzte Frage.
Nee, der Schwede grillt nicht, das erledigen hier aber zur vollsten Zufriedenheit die Tschechen und Spanier! Und immer schön den Einweggrill liegen lassen!