Urlaub
Nun bin ich schon einige Zeit zurück in der Heimat. Die ersten Wochen sind sehr dicht gepackt gewesen und ich konnte nie mehr als zwei Tage am Stück mit Eva allein in unserer schicken Wohnung sein, weil diverse Familienfeste und Anlässe anlagen.
In Bielefeld zu Anfang des Monats, ich kann mich noch dunkel erinnern, habe ich noch Niko nebst bezaubernder Freundin getroffen. Und Suse und Martin und außerdem den ganzen Bielefelder Klüngel, der immer dort rumhängt. Das war sehr schön, hat aber nur zu meiner Zerstreuung geführt, ohne das Gefühl des Angekommenseins nennenswert zu unterstützen. Obwohl man ja wohl nirgendwo mehr ankommen kann als in Bethel.
Nun bin ich in Florenz, was eine sehr schöne Stadt ist mit einer noch viel schöneren Umgebung, man nennt sie Toskana. Wir waren schon so florentinisches Steak essen, wofür meine gesamte Urlaubskasse draufging, weil man in Italien mindestens drei Gänge isst und meine beiden Kumpel hier schon fast vollständig italienisch geworden sind. Es war aber sehr lecker. Wirklich sehr lecker. 2 Kilo (!!) Fleisch für drei Leute, schön blutig von innen, es gibt nicht vieles, was das übertrifft, hätte ich nie angenommen.
Noch eine interessante Geschichte: Am zweiten Tag, das war Donnerstag der 16.8., waren wir im Mittelmeer schwimmen. Es ist ein sehr seichtes Wasser, das an eine ordentlich gesalzte Badewanne erinnert, man möchte am liebsten die ganze Zeit drinbleiben, was nach einer Zeit unerträglich wird, weil man Sonnenbrand bekommt und das Salz die Augen aushöhlt.
Zur Geschichte: als ich das Wasser an erwähntem Donnerstag verlassen wollte, spürte ich einen großen Schmerz in meinem linken Fuß. Er war wirklich sehr groß und ich schaute mir daher panisch meinen Fuß an, was sicherlich von außerhalb des Wassers komisch ausgesehen haben muss, weil man da, wo es passierte, gerade so stehen konnte.
Ich robbte aus dem Wasser, dachte ich wäre in eine Glasscherbe getreten. Es blutete auch ein wenig. Auf Bastians Schlappen hinkte ich zu unserem Badehandtuch. Mittlerweile war der Schmerz unerträglich groß, ich musste tief durchatmen, um nicht noch viel eigenartigere Geräusche von mir geben zu müssen.
Ein Splitter war nicht zu finden, aber ein angerufener italienischer Freund von R. und B. sagte, dass es sich um einen Fisch handle, der Tracina heißt. Das bestätigten auch die neben uns sitzenden Italiener. Hörte sich alles sehr unwahrscheinlich an. Ich solle außerdem auf den Fuß pissen, das helfe. Ich konnte aber nicht, ich kam ja gerade aus dem Wasser (zwinker). Es wäre mir sehr recht gewesen, wenn einer der anderen Jungs das übernommen hätte, aber es gab Vorbehalte gegen diesen Plan.
Dann kam die Anweisung, die den Schmerz nach einer halben Stunde lindern sollte: den schmerzenden Fuß in den brennend heißen Sand stellen! Ich hätte zu dem Zeitpunkt alles getan, auch den Fuß abschneiden schien mir zwischendurch eine angemessene Lösung des Problems zu sein.
Wieder in Florenz informierte ich mich über besagten Fisch, der auf Deutsch auf den sehr netten Namen Petermännchen hört. Wirklich interessant, was da so steht. Auch andere Seiten waren wertvolle Informationsquellen, z.B. die englischsprachige Wikipedia. Auch diese Seite hatte es mir angetan und ich hoffe, dass es keine Spätfolgen geben wird. Nachdem ein eiligst herbeigeholter Sanitäter ganz relaxt war und sagte, morgen wirst du keine Schmerzen mehr haben, mach dir keine Sorgen, dachte ich, naja, dann machst du dir halt keine Sorgen.
Nun humple ich immer noch ein bissel, weil der Fisch mir einen kleinen Dorn im Fuß hinterlassen hat. Er ist zu tief, um ihn selbst rauszuprokeln. Ich werde ihn in Göttingen entfernen lassen.
Ansonsten ist es hier wirklich sehr schön. Es regnet nur gerade in Strömen.
Bis bald!
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Das ist ja gemein, das Petermännchen. Und es gehört zu den giftigsten Arten Europas. Als da noch wären: Kreuzotter, Wespe, Ospe. Na, Petermännchen, du bist ja in toller Gesellschaft. Achse des Bösen.
Fuß in den Sand stellen ist ja richtig gewesen da das Protein thermolabil ist. Ein tolles neues Wort in meinem Wortschatz.
Aua.Armer Kowe.Die Seite Gifte.de hat mich auch während meines Pharmakologie/Toxikologie Scheins häufig laut loslachen lassen.Schön ist auch was dort unter ‘Differentialdiagnosen’ bei Vergiftung mit Organophosphaten steht: http://www.gifte.de/Chemikalien/mevinphos.htm
Hehehehe.
Gruß Eder.
P.S.: Heute FC gegen Aachen hier in Köln. Hoffentlich keine Klatsche.
Ach mit einem gewissen Petermänchen hatte ich auch schon Kontakt. An der französischen Atlantikküste fühlt sich dieser Gemeinling ebenfalls wohl. Als Rache erklären die Hugenotten ihn dafür zur Delikatesse.
Bei meinen Surfversuchen nahm ich Hautkontakt mit ihm auf. Als Erste Hilfe Ratschlag erklärte mir dann ein langhaariger Surfopi ich solle eine Zigarette auf den Einstichstellchen ausdrücken. Dies tat ich auch. Aua!
Daher sollte man lieber wohl Spaziergänge im Teuteburger Wald machen, da kann man höchstens auf Nacktschnecken treten.
Tschü mit äh: Ü euer Heribert Haxe