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Professionalisierung der Pfandsammeltätigkeit: Pledging

Immer mehr Pfandsammler professionalisieren ihre Tätigkeit. So werden gerne auch mal grade erst geöffnete Bierchen weggeschnappt, Sammelreviere aggressiv gegenüber feindlichen Sammlern verteidigt, und es gibt Lagerstellen für die gefüllten Plastiktüten mit der Ausbeute des Tages. Nicht dass mich jemand falsch versteht: Ich möchte mich hier nicht über die Armut anderer Leute mokieren, und sicherlich wünsche ich niemandem, dass er sich für seinen Lebensunterhalt erniedrigen und den Abfall anderer Leute aufsammeln muss.

Aber neulich habe ich dieses effiziente Sammelmobil gesehen, das hiermit dokumentiert wird: Es handelt sich um einen alten Opel Kadett; die Heckscheibe ist nicht mehr vorhanden, dort werden die erbeuteten Flaschen eingeworfen. Auch der Beifahrersitz ist diesem Zwecke vorbehalten. Auf dem Dach sind Kästen festgebunden, die ebenfalls befüllt werden können.

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So erweitert der professionelle Pfandsammler seinen Radius natürlich enorm, und es können auch Sammelorte angefahren werden, die vielleicht noch nicht von der Konkurrenz beschlagnahmt oder entdeckt worden sind. Und weil Professionelle Tätigkeiten in der heutigen Welt immer englische Namen haben: Ich taufe die Pfandsammeltätigkeit hiermit auf den Namen Pledging.



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Niko Auto, Fotos, Kapitalismus, Marktwirtschaft, Stadt

  1. 2. August 2009, 18:48 | #1

    Schönes Foto!

    Viel schlimmer als die armen Menschen, die sich Geld durch Pledging für den Lebensunterhalt verdienen, nämlich regelrecht kriminell, sind jedoch die Leute, die sich das Saufen in der Discotheque durch das Stehlen von Flaschenpfand in ebendieser Discoteque “verdienen”. Bei einem Pfand von 50 Pfennig kommt da bei einem einzigen Beutezug schon die eine oder andere Mark zusammen, die natürlich indirekt aus den Geldkatzen der anderen, redlichen Gäste getohlen ist.

    Eine befreundete Discothequen-Bierverkäuferin hat nach eigener Aussage mal einen besonders dreisten Schlingel dazu aufgefordert, aus der noch fast vollen Flasche einen Schluck zu nehmen, die er zusammen mit neun weiteren, fast leeren Flaschen, gegen Pfand abgeben wollte. Zu ihrem Leidwesen war er abgebrüht genug, der Aufforderung pronto nachzukommen und einen großen Schluck aus der fremden Pulle zu nehmen.

    Nach seiner Auffassung hatte er sich mit dieser Aktion die fünf Euro redlich verdient, die er danach umso vehementer einforderte und auch bekam.

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