Neulich war ich mit Kollege Sand in der Stadt unterwegs. Nach einigen abgeklapperten Clubs befahl uns der knurrende Magen zu einem verlässlichen und verlockenden Laden: XXL-Burger verspricht lange Öffnungszeiten, und recht wohlschmeckende, wenn auch dem Namen nicht immer gerecht werdende Bulettenbrötchen. Die Bestellung war schnell abgegeben: Ein einfacher Cheeseburger sollte es sein. Der Mensch hinter der Theke warf eine seiner Tiefkühlfricken auf den Grill, und nannte mir den für sein Produkt zu zahlenden Preis. Ich antwortete, wobei ich bereits mit dem Geld herumhantierte, mit dem nicht besonders witzigen, aber nichtsdestotrotz augenzwinkernd vorgetragenem Statement: Erst die Ware! Das nun brachte den Frikadellenschmied derart in Rage, dass er fluchend die doch erst leicht einseitig angebräunte Fleischplatte mit seinem Bratspachtel in den Abfall beförderte und den Thekenbereich, immernoch abartig sauer, Richtung Personalausgang verließ. Verdutzt schaute ich noch, wie der genervte Gastronom begann, nervös an einer Kippe zu saugen, bevor sich die Tür schloss und sein Assistent uns höflich, aber bestimmt um baldigen Abflug bat. Da das nun schon das zweite Mal war, das ich im XXL-Burger wegen der üblen Laune des Bratmeisters nix mehr zu futtern bekommen habe, habe ich mal kurz geschaut und auch sofort einen Blogeintrag gefunden, der einen änlichen, wenn auch vertretbaren Rauswurf dokumentiert.
(Auch wenn der Spruch nicht ernst gemeint war und ich mich gerne eines besseren belehren lasse: darf man nicht als Käufer die Ware immer zuerst testen, bevor man sie bezahlen muss? Allerdings keine Ahnung ob das für Fast Food auch gilt…)
Das Gespräch über den für die anstehende Klassenarbeit in Deutsch zu erstellenden Spicker offenbart gleichzeitig die Sinnlosigkeit selbigen Unterfangens: “…ich schreib mir dann da so die Chatarakt…Charaktist…Charakteristikas von den Buch drauf.”
Seit dem ersten März gilt in Baden-Württemberg ein Verkaufverbot für Alkohol zwischen 22 und 5 Uhr. Und zwar in Tankstellen, Supermärkten und Kiosks. So standen auch wir gestern wie deppert gegen 22.30 Uhr vor dem Bierregal und ließen uns von einer zu diesem Zweck anwesenden Vertreterin einer Sicherheitsfirma erläutern, dass wir keines der dort ausgestellten Getränke zu kaufen berechtigt seien (um 7.00 Uhr, wenn der Supermarkt aufmacht, dürfe man ja wieder). Von so einem sinnlosen Gesetz habe ich eigentlich noch nie gehört.
Wie immer gibt es auch Ausnahmegenehmigungen: Zum Beispiel kann sich der hiermit unterstellt regierungsnahe Hauptanteil von Volks- und Schützenfestbesuchern weiterhin auch nach 22 Uhr ordentlich einen unter den Bauernhut gießen. Ebenso dürfte der bereits reich beschenkte DEHOGA von der Neuregelung profitieren, da auch in den Schenken natürlich weiter gezecht werden darf. Betroffen von der Neuregelung sind also Erwachsene, die sich gerne nach 22.00 ein Bier im Supermarkt oder an der Tanke kaufen wollen.
Vornehmlicher Gesetzesgrund sind aber saufende Jugendliche. Früge man mich, so täte ich ja antworten dass es mit dem Jugendschutzgesetz eigentlich schon eine Regelung zum Verkaufsverbot von Alkohol an Jugendliche gibt. Vielleicht hülfe es da, eher mal schärfere Kontrollen an Tankstellen und Supermärkten durchzuführen. Und wenn Ältere das Zeug für die Jüngeren kaufen: das verhindert das neue Gesetz auch nicht (sie müssen es jetzt nur vor 22.00 Uhr machen). Urteil: Disrespect!
(Wir retten uns dann übrigens mit einem Bierchen vom Dönermann. Und wer petzt dass ich auf die JuLis verlinke, dem wünsche ich 10 Jahre Ischias)
UPDATE: Kasten Bier auf Vorrat besorgt (ganz legal: 14.27 Uhr)
Momentan protestieren in vielen Städten in Deutschland und Österreich zehntausende von Studierenden und Schülern gegen Studiengebühren, die verkürzte Oberstufe, überfüllte Klassen und Hörsäle, den schlechten Zugang zu einem Masterstudium und verschulte, verkürzte Bachelorstudiengänge. Die Forderungen werden allseits beachtet, und sowohl von der Politik wie auch von den Hochschulleitungen und den Professoren erhalten die Demonstranten Rückendeckung; erste Maßnahmen sind zum Beispiel eine BAföG-Erhöhung ab 2011. Mehr…
Der Besucherzähler comScore hat Zahlen veröffentlicht, nach denen Twitter im Oktober etwa 8 % weniger Besucher als im September hatte - und das im Stammland. Das überraschende an dieser Tatsache ist allerdings nicht, dass die Besucherzahlen zurückgegegangen sind, sondern eher die Verwunderung der Branchenanalysten über den Rückgang.
Zum Beispiel schreibt Techcrunch: “…a hypergrowth company like Twitter cannot afford to slow down in its home market. “
Dabei sollte es doch jedem Absolventen einer Grundschule klar sein, dass ein Wachstum von 1000 % mit der begrenzten Ressource “Internutzer” nicht dauerhaft zu realisieren ist. Scheinbar wird die Anzahl der Erdbewohner hier mit dem potenziellen Markt gleichgesetzt; die digitale Käseglocke demokratisiert offensichtlich das Unvermögen für realitätsnahe wirtschaftliche und gesellschaftliche Analysen.
Wunderbarer Bühnensketch, der bei der Verleihung des Henri Nannen Preises 2008 aufgeführt wurde. Tragischerweise halte ich die Charaktere der beiden Yuppies für keinesfalls besonders überzeichnet dargestellt, vielmehr als komprimierte Sammlung realitätsnaher Erfahrungsschnipsel.
Ein teilweise etwas langatmiger Film, der über das besonders vor der Wahl heiß diskutierte Thema Grundeinkommen informiert. Leider ist vor allem der Anfang ein recht improvisiertes Legitimationsgeseihe, das den Zuschauer wohl zur Erweiterung seines Horizonts mittels unkonventioneller Denke auffordern soll. Nachdem man dann fast schon wieder wegklickt, wird der Rest des Films aber doch noch ganz informativ, vor allem wenn der Off-Sprecher mal schweigt und verschiedene Fachleute zu Wort kommen.
Guter Artikel über die Entwicklungen in der Verlags- bzw. Buchladenbranche. Wunderte ich mich in letzter Zeit schon darüber, erklärt der Artikel außerdem wieso völlig durchschnittliche und nach meiner Einschätzung willkürlich ausgewählte, doch umso härter angepriesene Romane so viel Erfolg haben (z.B. F. Schätzing, Stieg Larsson, etc.).
Endlich gibt es mal Zahlen zur Nutzung des völlig überbewerteten beliebten Microblogging-Dienstes Twitter. Die Betreiber selber geben keine Zahlen zur Nutzung heraus, nun hat aber der amerikanische Technik-Meinungsführer techcrunch eine Analyse über die Nutzerzahlen und vor allem über die Nutzeraccounts veröffentlicht.
Und was für eine Überraschung: Die Anzahl der annähernd verwaisten Accounts beträgt 75 %, was bei einer Gesamtzahl von ca. 50 Millionen registrierten Usern ungefähr 12.5 Millionen aktiven Nutzern weltweit entspricht. Diese Nutzerzahlen sind ok. Aber nicht mehr. Sie sind quasi durchschnittlich gut. Aber ganz sicher sind diese Zahlen noch lange kein Grund, irgendwelche fundamentalen Änderungen für die Zukunft des Internets zu prognostizieren.
Seit einigen Monaten hängt an einem recht kaputten Haus im Stuttgarter Osten ein wunderbares Pappschild mit der verheißungsvollen Botschaft einer kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit. Ein zweites Schild kündet von der Anwesenheit der “Pekingnesischen [sic!] Botschaft” im selbigen Hause. Eine kurze Recherche gibt Auskunft: Das so gennante Performance Hotel ist Teil eines einjährigen experimentellen Kunstprojekts von Studenten der Akademie der Bildenden Künste Mehr…
Kilians wiedergesehen. Nachdem bei meinem ersten Besuch bei den Kilians irgendwann letztes Jahr im Kamikaze in Freiburg grade mal so 10-20 Leute anwesend waren, fahren die Jungs jetzt schon schwerere Geschütze auf. Trotzdem war Halle im LKA in Stuttgart war nicht mal zur Hälfte gefüllt, wieso verschätzen sich Konzertveranstalter immer so gnadenlos? Ist doch voll dumm, so eine halb leere Location, da Mehr…
Immer mehr Pfandsammler professionalisieren ihre Tätigkeit. So werden gerne auch mal grade erst geöffnete Bierchen weggeschnappt, Sammelreviere aggressiv gegenüber feindlichen Sammlern verteidigt, und es gibt Lagerstellen für die gefüllten Plastiktüten mit der Ausbeute des Tages. Nicht dass mich jemand falsch versteht: Ich möchte mich hier nicht über die Armut anderer Leute mokieren, und sicherlich wünsche ich niemandem, dass er sich für seinen Lebensunterhalt erniedrigen und den Abfall anderer Leute aufsammeln muss.
Aber neulich habe ich dieses effiziente Sammelmobil gesehen, das hiermit dokumentiert wird: Es handelt sich um einen alten Opel Kadett; die Heckscheibe ist nicht mehr vorhanden, dort werden die erbeuteten Flaschen eingeworfen. Auch der Beifahrersitz ist diesem Zwecke vorbehalten. Auf dem Dach sind Kästen festgebunden, die ebenfalls befüllt werden können.
So erweitert der professionelle Pfandsammler seinen Radius natürlich enorm, und es können auch Sammelorte angefahren werden, die vielleicht noch nicht von der Konkurrenz beschlagnahmt oder entdeckt worden sind. Und weil Professionelle Tätigkeiten in der heutigen Welt immer englische Namen haben: Ich taufe die Pfandsammeltätigkeit hiermit auf den Namen Pledging.
Nachdem die Media Lounge plus Nebenwirkungen live schon bestens bis super gelaufen ist, kommt wie angekündigt auch die öffentlich-rechtliche Ausstrahlung an den Start. In bisher nicht gekannter Konsequenz strahlt der digitale ÖR-Sender EinsPlus unsere Produktion aus; und zwar sogar das Minimum der angekündigten “mindestens 60 Minuten ab 23 Uhr!”
Genau das gibt es jetzt auch, und zwar zum enorm opportunen und thematisch relevanten Termin am Sonntag vor der Bundestagswahl. Also bitte sehr schalten Sie ein erneut, und zwar zur Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Politikinformationspflicht, ein, wenn es wieder heißt: Inszenierung der Politik, Labambaschorsch (20.09.2009. EinsPlus, 23 Uhr, Yeah Yeah Yeah!).
(und Oma schon mal Bescheid sagen, und ihr endlich diesen DVB-T-Receiver kaufen & konfigurieren, Bursche!)
Auweia, da wurde wohl der Dichtung aus dem Kinderarbeitsausland der Vorzug gegeben: Bei einem heftigen Gewitter in Stuttgart vor einigen Wochen gab es in der Hochschule der Medien einen heftigen Wasserdurchbruch an mehreren Stellen. Einer voll aufgedrehten Dusche vergleichbar sickerte Wasser durch zahlreiche Stellen im dritten Stock und bahnte sich munter seinen Weg durchs Treppenhaus. Im Fahrstuhl traf ich einen Professor, Mehr…
Aber wenn es schon an einem bemerkenswert exponierten und dazu noch außergewöhnlichen und außergewöhnlich panoramareichen Platz steht, dann kommt das den Eigenschaften des Sofas sehr zugute. So auch das auf der Rheinbrücke Süd oder wie der Rheinländer sie heißt. Jedenfalls auch lobenswert, dass jemand sich noch die Mühe macht und ein dort Poster des King of Rock’n'Roll aufhängt; das hat dann gleich so eine Wohnzimmeratmosphäre erzeugt und vor Rührung fielen wir uns in die Arme und gaben danach rührselige Seemannsweisen zum besten.
Auf der Seite southpark.de kann man sich alle Folgen der Serie angucken, in deutscher Sprache. Sind ja mittlerweile schon recht viele Staffeln geworden (12)…
Das ist fies das zu sagen, ja ja, aber ich bewunderte bisher immer die Elterngeneration aufgrund ihrer Zeitzeugigkeit ob der Tode diverser noch heute zitierter Personen, u.a. Rudi Dutschke, Che Guevara, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Willy Brandt, Benno Ohnesorg etc. usw. libüdsj. (Lies irgendwelche Bücher über die siebziger Jahre). #
Aber seit heute fühle ich mich, das erste Mal seit dem 11. September 2001, als echter lebender Zeitzeuge, und zwar in dem ich an dem heutigen Datum des 26.06.2009 das Ende des King bezeugen kann, zumindest bezeugen im Sinne der auf mich einströmenden Medieninformationen.
So bitter es klingt: später, so in 20 Jahren, werden die gleichen Leute wie ich, nur in jünger, sagen, dass ihr Vater/Onkel/Deutschlehrer damals das Ende des King miterlebte, das waren damals echt holzig derbe Zeiten.
Ich habe, trotz fehlendem Abspielgerät, zwei Kassetten von früher behalten, und zwar Schrei Nach Liebe von den Ärzten, und Dangerous von Michael Jackson. Klingt fettest, kauft es.
Und wie mich graut, oh wie michs graust, mehr als vor Morastkotze, oder Retticheinlauf, oder Wurstnasentropfen, vor den ganzen schietkitschigen Nachrufen, oh, es graust bereits bevor es angefangen hat, bewahre uns, es wird trotzdem kommen…und bereits heckt irgendein geschmacksfreier RTL-Redakteur eine Sendungsreihe aus, (oder KontraPro7, wer weiß); es wird aber hundert pro und eisern garantiert ganz furchtbar scham- und ehrlos werden…
Die Media Lounge an der Hochschule der Medien ist gelaufen, und ab heute gibt es den Stream auch on demand für alle, die die Live-Sendung am Dienstag verpasst haben sollten.
Am Dienstag, den 16. Juni findet im hochschuleigenen Fernsehstudio der Hochschule der Medien eine politische Talkrunde zum Thema “Inszenierung der Politik” mit prominenten Talkgästen und technisch und inhaltlich auf Fernsehsendungsniveau statt; inklusive sind auch 400 Zuschauer im Publikum. Das Besondere daran: Die komplette Sendung wird von 40 Studenten der HdM konzipiert, geplant und umgesetzt.
Die Qualität der Produktion wird dadurch unterstrichen, dass mit dem dem digitalen ARD-Programm EinsPlus ein eigener Sendeplatz für die Media Lounge ausgehandelt werden konnte, irgendwann im Juli wird die Sendung also tatsächlich im digitalen TV zu sehen sein. Wer so lange nicht warten möchte und live dabei sein will: Die Sendung kann man live im Internet mitverfolgen, geladene Gäste sind:
Es verspricht kontrovers, also interessant zu werden, da das Thema grade jetzt in Wahlkampfzeiten traditionell enorm an Schwung gewinnt! Wer also mal was anderes als Illner/Will will, und trotzdem auf professionelles Niveau nicht verzichten möchte, der schalte doch gerne morgen ab 18.00 Uhr in den Live-Stream. Dauer der “richtigen” Sendung: 19.00 bis ca. 20.30 Uhr.
Da haben sich wohl Leute beschwert, dass die Überweisungen nicht ankommen; währenddessen freute sich der Putzmensch vielleicht über wöchentliche Blankoschecks…