Seit dem ersten März gilt in Baden-Württemberg ein Verkaufverbot für Alkohol zwischen 22 und 5 Uhr. Und zwar in Tankstellen, Supermärkten und Kiosks. So standen auch wir gestern wie deppert gegen 22.30 Uhr vor dem Bierregal und ließen uns von einer zu diesem Zweck anwesenden Vertreterin einer Sicherheitsfirma erläutern, dass wir keines der dort ausgestellten Getränke zu kaufen berechtigt seien (um 7.00 Uhr, wenn der Supermarkt aufmacht, dürfe man ja wieder). Von so einem sinnlosen Gesetz habe ich eigentlich noch nie gehört.
Wie immer gibt es auch Ausnahmegenehmigungen: Zum Beispiel kann sich der hiermit unterstellt regierungsnahe Hauptanteil von Volks- und Schützenfestbesuchern weiterhin auch nach 22 Uhr ordentlich einen unter den Bauernhut gießen. Ebenso dürfte der bereits reich beschenkte DEHOGA von der Neuregelung profitieren, da auch in den Schenken natürlich weiter gezecht werden darf. Betroffen von der Neuregelung sind also Erwachsene, die sich gerne nach 22.00 ein Bier im Supermarkt oder an der Tanke kaufen wollen.
Vornehmlicher Gesetzesgrund sind aber saufende Jugendliche. Früge man mich, so täte ich ja antworten dass es mit dem Jugendschutzgesetz eigentlich schon eine Regelung zum Verkaufsverbot von Alkohol an Jugendliche gibt. Vielleicht hülfe es da, eher mal schärfere Kontrollen an Tankstellen und Supermärkten durchzuführen. Und wenn Ältere das Zeug für die Jüngeren kaufen: das verhindert das neue Gesetz auch nicht (sie müssen es jetzt nur vor 22.00 Uhr machen). Urteil: Disrespect!
(Wir retten uns dann übrigens mit einem Bierchen vom Dönermann. Und wer petzt dass ich auf die JuLis verlinke, dem wünsche ich 10 Jahre Ischias)
UPDATE: Kasten Bier auf Vorrat besorgt (ganz legal: 14.27 Uhr)
Eigentlich muss man sich in einem Internetblog nicht mehr umfassend mit dem Thema Internetsperren, deren Nutzlosigkeit was die Verhinderung der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte angeht, und der damit angestrebten Zensur-Infrastruktur auseinandersetzen - andere haben da schon viele richtige Argumente geäußert, etwa auf netzpolitik.org, (oder, in Kurzfassung Markus Beckedahl im tagesschau.de-Interview. Was den enormen, und enorm differenzierten Widerstand - geäußert in über 130.000 Zeichnungen der Internetpetition von Franziska Heine - angeht, lässt sich doch eine Veränderung erblicken, die vielleicht weitreichende Konsequenzen haben könnte. Mehr…
A propos Meinungsfreiheit: Es gibt natürlich auch extra-internetären Protest für oder gegen Zensur und Meinungsfreiheit. Dabei sollte man, genau wie bei digitalen texten, darauf achten, den Text gewissenhaft zu erstellen, denn sonst wirkt es unehrlich - denn Rechtschreibung ißt und breibt des Hailait.
Und schon beschwert sich die Agentur, die damals die “Du bist Deutschland”-Kampagne für die Regierung gemacht hat, über den vermeintlichen Missbrauch ihres Slogans und droht dem kreierenden Studi mit einer Abmahnung; so lässt sich die Meinungsfreiheit reinterpretieren. Mittlerweile hat sich das Thema wohl geklärt, und ist trotzdem ein schönes Beispiel dafür, wie man sich als Unternehmen im Internet so richtig gepflegt ins Bein schießen kann. Das Video wurde durch die Drohnung noch viel öfter angeschaut als eh schon, und der Name der Agentur wird im Netz, allen Einlenkungen zum Trotz, für die nächsten Jahre mit Undemokratie konnotiert sein, die da so im Subtext mitschwingt (á la “Das waren doch die, die damals…”).
Ein Problem, dessen Bewusstsein auf dem Schirm der Gesellschaft noch nicht angekommen ist: Immer mehr Jugendliche und Kinder zwischen 12 und 16 Jahren nutzen das Internet, um sich in anarchistischen, linksradikalen und islamisch-fundamentalistischen Terrorzellen zusammenzuschließen. Auch die Ausbildungslager in Afghanistan und sonstwo sind hoffnungslos überfüllt mit europäischen und US-amerikanischen Kindern, die dort das Terrorhandwerk von der Pike auf lernen; Experten sprechen von Wartezeiten bis zu 24 Monaten und einem NC von bis zu 1,6.
Die in den letzten Jahren durch deutsche Kinder verübten Terroranschläge sind an Anzahl und Grausamkeit kaum noch zu überbieten, mittlerweile werden aus der ganzen Welt massive Aufkommen von teutonisch-fundamentalisitschen Terrorzellen gemeldet. Hier muss der Staat endlich aktiv werden!
Und die Politik scheint nun den Ernst der Lage zu begreifen. Die Altergrenze für die Vorratsdatenspeicherung soll deshalb nach Plänen eines ziemlich unbekannten Politikers einer ziemlich unbekannten Partei von 16 auf 14 oder sogar zwölf Jahre heruntergesetzt werden. Ein wie ich finde richtiger Schritt, um u.a. das Problem mit der bereits seit Jahren im Untergrund operierenden Guerilla-Bewegung “ABC-Schützen” in den Griff zu bekommen.
Nachdem schon seit Jahren ein Abrutschen der minderverdienenden Bevölkerungsschicht an die links- bzw. rechtsextremen Ränder der Gesellschaft beklagt wird, scheint diese Entwicklung nun endlich auch in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Traditionelle Werte wie Bescheidenheit, Zurückhaltung, Höflichkeit gelten auch dort nicht mehr, wo Familienvan und Bausparvertrag noch von den guten alten Zeiten künden.
Ein Hort dieser Mitte, die letzte Bastion der Rechtschaffenheit, das war für mich immer ein Einzelhandelsunternehmen, das einen Mitarbeiter namens C. Ravenschl. als den Leiter der Nonfood-Abteilung beschäftigte. Umso schockierter las ich vor einigen Tagen diese Meldung am Eingang eines ebensolchen Ladens: dort wurde auf unmissverständliche Weise auf das innerhab der Räumlichkeiten des Geschäfts geltende Rauchverbot aufmerksam gemacht - und das äußerst radikal
Die Schreckensherrschaft der pleite gegangenen Furzraumdisse Funpark in Freiburg ist kaum beendet, da kommt schon die Folgearschkarte mit einer Eröffnung daher: Die Musikarena A5 bietet nach eigenen Angaben coole Drinks, heiße Rhythmen, und keine Belästigung durch störende Ausländer. Wenn das nicht der feuchte Mehr…